Philosophie

Herdenschutzhunde
  • Der Hund ist seit Jahrtausenden der beste Freund des Menschen. Doch ist der Mensch auch der beste Freund des Hundes?
    Die meisten von uns lieben ihn, den Hund. Doch was ist ein Hund eigentlich?

    Hund vs. Wolf

    Der Hund ist kein Wolf (mehr). Aus der Art canis lupus sind über 350 verschiedene Rassen entstanden, die vom Aussehen und vom Charakter stark verändert wurden. Teils Jahrhunderte lange Zucht hat manche Merkmale immens hervorgehoben und andere fast ausgelöscht. Trotzdem sind und bleiben alle Hunde genetisch eng mit dem Wolf verwandt.

    Hunde sind nach wie vor Beutegreifer, was sich sowohl in ihrer Anatomie als auch in ihrer Psyche wiederspiegelt.
    Hunde reagieren sehr sensibel auf Bewegungen und oft noch feiner auf Gerüche, sie haben i.d.R. eine kräftige Muskulatur, Fangzähne und einen verhältnismäßig großen Magen, um in kurzer Zeit viel Nahrung aufzunehmen.
    Kurz: Hunde sind für die Jagd gemacht! Das kann keiner abstreiten.

  • Instinkt-Veranlagung

    Vom Wolf hat der Hund vier wichtige Instinkte geerbt, und die wird er auch so schnell nicht los. Dazu gehören: Jagdinstinkt, Territorialinstinkt, Sozialer Rudelinstinkt und Sexualinstinkt.

    Auch wenn diese Instinkte immer vorhanden sind, die einzelnen Rassen aber auch jeder individuelle Hund zeigt unterschiedlich starke Ausprägungen davon. Es wäre daher fatal, alle Hunde über einen Kamm zu scheren. Stattdessen sollte man jedes Exemplar individuell betrachten.
    Der Hund ist kein Wolf (mehr). Er ist an manchen Stellen mehr, an anderen Stellen weniger Wolf.

  • Artgerechte Beschäftigung

    Aus den beschriebenen Erbanlagen ergeben sich Bedürfnisse. Bedürfnisse, die früher durchaus gestillt wurden (z.B. als Jagdhund des Jägers, Wachhund des Kaufmanns oder Treibhund des Viehhüters). Heutzutage befindet sich aber kaum noch ein Hund in dem für seine Rasse typischen Arbeitsverhältnis. Der heutige Hund ist meist arbeitslos und gelangweilt. Ihm fällt quasi die Decke auf den Kopf.
    Abhilfe schafft u.a. artgerechte Beschäftigung: jeder Hund ist ein "Jäger" (Beutegreifer) - der eine mehr, der andere weniger. Allerdings sind die wenigsten Hunde im Besitz eines (menschlichen) Jagdgefährten, der mit ihnen tatsächlich alle paar Tage auf die Jagd geht. Es muss also eine Ersatzbeschäftigung mit einer Ersatzbeute angeboten werden, damit der Hund auf seine Kosten kommt.
    Die Vorteile dieses natürlichen Nahrungserwerbsverhaltens hat man längst auch wissenschaftlich erkannt (bezeichnet als Environmental Enrichment) und in verschiedensten Bereichen erfolgreich eingesetzt.

  • Individuelle Bedürfnisse

    Neben der "Beschäftigung" (i.d.R. zur Beschaffung von Nahrung) suchen Hunde auch nach räumlicher Sicherheit; sie benötigen einen Rückzugsort zum Ruhen und Kraft tanken. Als Karnivor gehört eine ordentliche Portion Schlaf einfach zu seinem Lebensstil.
    Der Hund benötigt außerdem sozialen Anschluss: ein Rudel, wovon er selbst fester Bestandteil ist, wo er einen konkreten Platz in einer intakten Sozialstruktur hat und in begrenztem Maße Aufgaben erfüllen darf. Der Hund will Teil der Familie sein. Er sollte nicht nur Respekt gegenüber seinen menschlichen Rudelmitgliedern aufbringen sondern diese sollten auch respektvoll mit ihm umgehen.

  • Verantwortung übernehmen

    Den hündischen Belangen kann nur nachkommen, wer Verantwortung übernimmt. Wer erziehen will, muss Vorbild sein - ständig und überall. Wenn Erziehung nur auf dem Hundeplatz stattfindet, aber im Alltag nicht gelebt wird, dann kann man es auch sein lassen. Der Hund würde es jedenfalls nicht ernst nehmen. Oder würden Sie dem Schaffner glauben, der jeden Tag vom pünktlichen Zug spricht, aber nur sonntags Wort hält? Wohl kaum. Irgendwann lassen Sie den Schaffner einfach links liegen - soweit sollte es zwischen Ihrem Hund und Ihnen besser nicht kommen.

    Die wenigsten Hunde sind als "Alphatier" geboren. Noch weniger Hunde kommen mit der komplexen Welt zurecht, in der wir heutzutage leben - wenn ihnen nicht jemand zeigt, wie's geht. Ein Hund versteht nicht, dass nicht jedes Auto für ihn bremsen wird. Und dass nicht alles gesund ist, was man auf dem Boden so findet. Er weiß nicht, dass ihm der Jäger auch aus 50m Entfernung etwas anhaben kann, während hund gerade einem Hasen nachstellt.
    In dieser Welt kann nur der Mensch entscheiden, was gut ist und was man (und Hund) besser lassen sollte. Damit tun sich beide einen Gefallen. Der Halter muss die Verantwortung übernehmen, der Hund kann diese Aufgabe nicht erfüllen.

  • Hündische Kommunikation

    Um den Hund zu verstehen, sollte man sich seiner typischen Kommunikation bewusst sein und diese auch deuten können. Einweg-Kommunikation (Mensch gibt Befehl, Hund folgt) reicht nicht aus, um ein gutes Mensch-Hund-Gespann zu sein. Den Hund tatsächlich zu verstehen, öffnet auch dem Halter neue Türen, das hündische Verhalten in gewünschte Bahnen zu lenken.
    Doch auch die "Gegenrichtung" ist wichtig: nicht jedes menschliche Verhalten kann der Hund wirklich verstehen. Und sehr oft wird menschliches Verhalten ganz anders vom Hund interpretiert, als der Halter eigentlich zum Ausdruck bringen wollte. "Fehl"verhalten kann z.T. auch dadurch vermieden werden, indem man dem Hund nicht - aus Unwissenheit - die falschen Signale vermittelt.
    Die hündische Kommunikation zu verstehen und sich dem Hund auch adäquat verständlich zu machen sind also ganz wesentliche Bausteine, das Zusammenleben zwischen Mensch und Hund zu verbessern. Denn wenn sich zwei nicht verstehen, dann können sie auch nicht gut miteinander.

  • unsere Philosophie

    ...den Hund als das zu sehen, was er tatsächlich ist: ein sozialer Beutegreifer. Wir arbeiten nicht nach einem "Schema" oder einer "Methodik" sondern gehen sehr individuell vor. Zum Mensch-Hund-Team gehören für uns Halter und Hund. Wesentlich ist uns die Schulung des Halters, z.B. in der hündischen Kommunikation. Aber auch der Hund mit seinen Bedürfnissen ist uns wichtig. Denn ein Hund, der Probleme macht, beginnt damit, seine eigenen Probleme selbst zu "lösen".

    Wir arbeiten tiefgründig: die Bekämpfung von Symptomen reicht uns nicht. Ein Verhalten schlicht zu unterdrücken führt oft dazu, dass der Hund mittelfristig andere Symptome aufweisen wird - und nicht selten sind diese für den Halter noch unangenehmer. Wir analysieren die Ursache und wollen die Umstände beheben, die den Hund zum "problematischen" Verhalten veranlassen.
    Nicht selten landen wir bei der Mensch-Hund-Beziehung, die es zu verbessern gilt. Wir beraten dabei den Halter, so dass dieser seinen Hund selbst erziehen kann. Das Mensch-Hund-Team wird darin unterstützt, die Erziehung in den Alltag zu integrieren, um ganzheitlich von den Erfolgen zu profitieren. Wir arbeiten also nachhaltig - schnelle Tricks sind nicht unsere "Masche".